Hans-Jürgen John – Worte bewegen die Welt

Interview mit Journalist Hans-Jürgen John im FAU Jahres- und Nachhaltigkeitsbericht 2016

Für die Publikation des FAU – Fokus Arbeit Umfeld, den «Jahres- und Nachhaltigkeitsbericht 2016» wurde ich im Januar 2017 vom Chefredakteur «der Arbeitsmarkt» Robert Hansen interviewt. Im Mai erschien das Magazin.

FAU ist eine Non-Profit-Organisation im Bereich Arbeit. Sie begleitet und fördert hochqualifizierte Menschen und unterstützt Kundinnen und Kunden nachhaltig bei der Nutzung und Erweiterung ihrer Fähigkeiten. FAU wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO unterstützt und bietet Stellensuchenden nachhaltig Qualifizierungen.

Das Interview ergab sich ein halbes Jahr nach meinem Praktikum dort. Die Redaktion «der Arbeitsmarkt» befindet sich auf der gleichen Stockwerksebene mit der Klientel des FAU.

Ich traf dort ganz wunderbare Menschen: Journalisten, Projektmanager, Firmenlenker – kurz Menschen mit Visionen und auf dem Sprung in den nächsten Job. Perfekt für Austausch, Netzwerken und persönliche Weiterentwicklung mit Unterstützung durch Coaches. Empfehlenswert!

FAU Jahres- und Nachhaltigkeitsbericht 2016

Interview von Chefredakteur Robert Hansen mit Journalist Hans-Jürgen John Worte bewegen die Welt

Interview von Chefredakteur Robert Hansen mit Journalist Hans-Jürgen John Worte bewegen die Welt

Artikel im Rahmen des Praktikums bei derarbeitsmarkt.ch:

Matthias Wiemeyer, Schreibschulleiter der Schreibszene GmbH, im Porträt: http://derarbeitsmarkt.ch/de/portraet/wenn-manager-schreiben
Al Imfeld über seine liebste Beschäftigung das Schreiben: http://derarbeitsmarkt.ch/de/portraet/mein-tag-als-autor
Weltweit vernetzen. So geht es: http://derarbeitsmarkt.ch/de/meinung/umsonst-vernetzen
Kurt Müller, Antiquitätenhändler aus Zürich im Videointerview: http://derarbeitsmarkt.ch/de/portraet/haendler-mit-passion
Die Pressekonferenz: FIFA-Ikone Joseph S. Blatter am Zürichberg vor mehr als 70 Journalisten aus aller Welt. http://derarbeitsmarkt.ch/de/thema/blatters-ballverlust
Klaus J. Stöhlker, PR-Berater Blatters im Kurzinterview bei nämlicher Pressekonferenz: http://derarbeitsmarkt.ch/de/interview/gut-gemeint-genuegt-nicht
Kay Melliger, Nachwuchs im Schweizer Springreiten, über seine Leidenschaft: http://derarbeitsmarkt.ch/de/interview/der-springreiter
Der Schweizer Filmregisseur Jan Gassmann im Porträt: http://derarbeitsmarkt.ch/de/portraet/abbilder-der-realitaet
Thomas Stark aus Zwingen startet mit der Starkstrom GmbH in die Selbständigkeit: http://derarbeitsmarkt.ch/de/portraet/der-name-ist-programm
Abdelbagi Shahto, Künstler, Anwalt und Menschenrechtsaktivist aus Rafz (ZH) stellt aus: http://derarbeitsmarkt.ch/de/portraet/flucht-die-kunst
Regula Zellweger, die Laufbahnberaterin im Interview: http://derarbeitsmarkt.ch/de/interview/arbeit-ist-auch-leben

Diese Artikel gibt es auch bei Johntext Schweiz:

http://www.johntext.ch/wenn-manager-schreiben/
http://www.johntext.ch/umsonst-vernetzen/
http://www.johntext.ch/kay-melliger-der-springreiter/
http://www.johntext.ch/abbilder-der-realitaet/
http://www.johntext.ch/haendler-mit-passion/
http://www.johntext.ch/der-name-ist-programm/
http://www.johntext.ch/flucht-in-die-kunst/
http://www.johntext.ch/arbeit-ist-auch-leben/
http://www.johntext.ch/blatters-ballverlust/
http://www.johntext.ch/gut-gemeint-genuegt-nicht/

Hans-Jürgen John ist auf Linkedin auf Twitter und auf Facebook. Er bloggt auf Johntext Schweiz.

Arbeit ist auch Leben

TEXT: Hans-Jürgen John
FOTOS: Nana do Carmo

Arbeit ist auch Leben

Regula Zellweger unterstützt Stellensuchende als Buchautorin und Berufsberaterin.
Regula Zellweger unterstützt Stellensuchende als Buchautorin und Berufsberaterin.
 

Regula Zellweger, 63, lebt ihre Mission: Sie ist glücklich, wenn sie Inhalte so vermitteln kann, dass es andere und sie selbst vorwärtsbringt. Die Laufbahnberaterin aus Obfelden (ZH) geht Hürden lösungsorientiert an.
 

Frau Zellweger, Sie haben eine bunte Laufbahn und einen interessanten Jobmix: Primarlehrerin, Bibliothekarin, Psychologin, Berufs- und Laufbahnberaterin, Buchautorin, Chefredaktorin, Journalistin, Seminarleiterin, und Sie sind auch Mutter dreier Kinder. Sind Sie eine Titeljägerin?
Nein, ich bin Überlebenskünstlerin. (Lacht.) Ich bin vielseitig interessiert und lebe das auch.
 

Welche Tätigkeiten üben Sie aktiv aus?
Als Chefredaktorin, Kursleiterin und selbständige Laufbahnberaterin bin ich im Moment aktiv. Ich arbeite an einer Broschüre zum Thema Weiterbildung und an einem Berufsinformationsmittel zu Textilberufen. Ich berate gerne. Die Arbeit als Chefredaktorin des Monatsmagazins «active live» macht riesig Spass. Ich bin als Lokaljournalistin unterwegs, leite Kurse, schreibe gerne Blogs und Bücher und vernetze mich fleissig.
 

Sind mehrere Berufe nötig, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können?
Das kommt darauf an. Man darf sich nicht verzetteln. Ich habe eine klare Linie und lebe meine berufliche Mission in vielen Facetten. Sie heisst: «Ich bin glücklich, wenn ich Inhalte so vermittle, dass es andere und mich vorwärtsbringt.» Alle meine bisherigen beruflichen Tätigkeiten entsprechen meinem roten Faden durchs Berufsleben. Ich empfehle jedem, seine eigene berufliche Mission in einem Satz zu formulieren: «Was ist mein Ding?»
 

Wie gehen Sie vor, wenn Sie etwas erreichen möchten?
Ich entscheide mich dafür und erlaube mir, es auszuprobieren. Zielanpassungen sind immer mal wieder nötig. Statt hundertmal mit dem Kopf durch die Wand suche ich neue, kreative Lösungen. Wir spielen das Leben vierhändig, mein Schicksal und ich. Wenn ich ein Ziel zu erreichen versuche, kommen mir manchmal die anderen zwei Hände in die Quere. Ich muss mir keinen Kopf machen, wenn etwas nicht klappt. Ich bin nicht allmächtig, sondern Teil verschiedenster Systeme.
 

Wo setzen Sie Ihre Strategie an?
Ich packe Gelegenheiten und handle. Frechmutig. Im Griechischen gibt es die Begriffe Kairos und Chronos für Zeit. Chronos ist die messbare Zeit, Kairos der richtige Moment. Kairos ist in der griechischen Mythologie als Jüngling mit Flügeln und einer langen Locke vor dem Gesicht dargestellt. Man sagt, dass Menschen, die erfolgreich sind, immer wieder Kairos, die gute Gelegenheit, beim Schopf packen.
 

Das tönt alles sehr selbstbestimmt. Da sind aber auch äussere Einflüsse, die einen Strich durch die Rechnung machen können.
Es ist nicht alles machbar. Beispielsweise wenn jemand aus finanziellen Gründen keinen Zugang zu einer gewünschten Weiterbildung hat, nützt alle Zielsetzung wenig. Denken Sie an alleinerziehende Mütter. Ein Hochschulstudium finanzieren liegt da oft nicht drin. Bildungsgutscheine, die am Anfang des Lebens ausgegeben werden, würden vielleicht zur Chancengleichheit beitragen.
 

Wenn Sie sich für einen Job bewerben, kommen Sie sofort ins Vorstellungsgespräch?
Irgendwie finden mich meine Jobs. Klar, die Bewerbungsunterlagen müssen perfekt sein. Aber Kontakte, die bei mir zu Mandaten oder Teilzeitjobs führten, kamen durch Vernetzen zustande. Über 50-Jährige haben selten mit einer Reaktion auf ein Stelleninserat Erfolg. Sie müssen die Hintertür über das persönliche Netzwerk finden. Und sich in der Branche einen guten Namen machen.
 

Was raten Sie Menschen, bei denen es mit der Jobsuche nicht klappt?
Sie sollen ihre beruflichen Ziele genau definieren und ihre Arbeitsmarktfähigkeit und den Arbeitsmarkt überprüfen; sich gut über einen potenziellen Arbeitgeber informieren und das Vorstellungsgespräch üben, damit sie sich sympathisch und kompetent verkaufen können. Und Kontakte zu Menschen knüpfen, um sie für die eigene Positionierung ins Boot zu holen. Es gilt aber auch, realistisch zu bleiben. Und allenfalls kreativ eine Nische zu finden.

Regula Zellweger ist multiprofessionell
«Ich versuche, positiv durchs Leben zu gehen.»

 

Das tönt gar nicht so schwierig. Trotzdem ist bei vielen, die keine Stelle haben, irgendwann die Luft draussen.
Das ist sehr verständlich! Aber schaffen Sie sich möglichst viele Landeplätze fürs Glück, für Kairos, das ist mein Rat. Sie können das Glück nicht zwingen oder produzieren. Aber Sie können ihm Chancen geben, indem Sie sich stetig weiterbilden, sich vernetzen und lustvoll an die Sache herangehen. Wer Freude an der Arbeit hat und sich mit Begeisterung engagiert, lässt das andere mit einer positiven Ausstrahlung spüren. Bekanntlich läuft der grössere Teil der Kommunikation über die Körpersprache. Ganz wichtig: nie jammern. Lieber: «Wow, das schaffe ich. Ich kann das und das bieten und bin riesig gespannt, wie ich meine Fähigkeiten einbringen kann.» Akquirieren – oder eine Stelle suchen – ist wie säen: Man wirft viele Samen auf guten Boden aus – und weiss, dass nur ein Teil wirklich wurzeln und wachsen wird. Leider ist im Voraus nicht klar, welcher Teil das ist.
 

Wie würden Sie vorgehen, wenn ich zu Ihnen in die Berufsberatung käme?
Wir würden mit Ihrem Lebenslauf beginnen und schauen, was Sie beruflich bieten und welche Fähigkeiten Sie haben. Sie machen Tests und verschaffen sich mit Fragebogen und im Gespräch mit mir Klarheit über sich selbst: Was sind Ihre Werte und Ihre Wünsche? Wie schätzen Sie Ihre Kompetenzen ein? Wichtig dabei ist es, realistisch zu bleiben und letztlich ein konkretes Ziel zu formulieren. Es gilt, sich zudem Lösungen B und C auszuarbeiten.
 

Ist Weiterbildung der goldene Schlüssel, der jede Tür zum Traumjob öffnet?
Allzu spezialisiert zu sein, kann auch ein Problem sein und ins berufliche Abseits führen. Weiterbildung liegt in der eigenen Verantwortung. Wenn in einem Lebenslauf ein Abschluss nachgewiesen wird, zeigt das: «Ich will lernen und mich weiterentwickeln.» Allenfalls ist es von Vorteil, auch Projekte zu dokumentieren. Ein Unternehmer will vielleicht lieber einen Bauingenieur, der in China ein Staudammprojekt geleitet hat, als einen Bauingenieur, der unzählige Weiterbildungen besuchte.
 

Apropos goldener Schlüssel: Haben Sie Tipps zur Motivation, die alle anwenden können?
Tipps genügen nicht. Oft fehlen meinen Klienten das Selbstvertrauen, das Selbstwertgefühl, der Mut; oder die fehlende Motivation hat mit der Grundeinstellung zu tun. Da helfe ich wenig, wenn ich aussen, am Verhalten, feile. Die Ursachen liegen tiefer. Kann mein Klient auf der Ebene der Einstellung oder des Selbstverständnisses etwas verändern, ändert sich viel. Ein Klient antwortete beispielsweise auf die Frage, was für ihn Arbeit sei: «Notwendiges Übel.» Mit der Begründung, er demotiviere andere, wurde er entlassen. Kein Wunder! Die Arbeit kann das Leben farbig machen. Arbeit ist ein prägender Teil unserer Identität. Wenn mich in der Schweiz jemand fragt: «Was bist du?», sage ich nicht «glücklich», sondern «Psychologin» oder «Lehrerin».
 

Was möchten Sie privat und beruflich erleben?
Mein Mass für Erfolg ist ausschliesslich individuelle Zufriedenheit. Und dass ich mich weiterentwickle. Neugierig zu bleiben, ist sehr essenziell. Ich weiss, ich werde noch ganz vielen interessanten Menschen begegnen. Das Wichtigste in meinem Leben ist und bleibt meine Familie.
 

Mit welcher Aussage werden Sie oft von Ratsuchenden konfrontiert?
Viel Respekt habe ich vor Menschen, die sagen: «Sie haben gut reden. Sie haben alles erreicht. Aber mir fällt es nicht so leicht.» Häufig gibt es einen guten Grund, dass Menschen so empfinden; es gibt keine Chancengleichheit. Ich antworte dann: «Ich versuche, positiv durchs Leben zu gehen.» Auch in einer schwierigen Situation bleibe ich dran. (Zeigt auf ein Poster an der Wand.) «Hinfallen, aufstehen, Krönchen zurechtrücken und weitergehen.»
 

Weitere Infos und Arbeitsmittel zum herunterladen: www.rz-laufbahn.ch
 
Arbeitsbücher:

• Mit einer neuen Stelle zum Erfolg: Link zur Buchbesprechung
Beruflich nochmals durchstarten

Tipps für Bodenhaftung: «Sich vernetzen, sich stetig weiterbilden und Landeplätze fürs Glück schaffen.»

Tipps für Bodenhaftung: «Sich vernetzen, sich stetig weiterbilden und Landeplätze fürs Glück schaffen.»
 

Diesen Artikel habe ich auf www.derarbeitsmarkt.ch veröffentlicht.